Wurfkraft
Die Wurftechnik gepaart mit der Wurfkraft (Schnellkraftleistung beim Armzug) und die damit resultierende Ballgeschwindigkeit sind neben der Wurfpräzision und dem Realisieren des Bewegungsmusters des Torwarts (Torwart ausschauen) entscheidend für einen Torerfolg. Die Messung der Wurfkraft kann indirekt durch Distanzwürfe oder Geschwindigkeitsmessungen erfolgen. Am praktischsten ist natürlich die Verwendung eines Sportradars. Einen sensationell günstigen Sportradar finden Sie in unserem Shop, der sicher das Training jeder Mannschaft bereichert.
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Alternativ können ohne Geschwindigkeitsmessanlagen der Handballweitwurf und der beidarmige Medizinballwurf (2kg) bedingt als Kriterium für die Wurfkraftleistung herangezogen werden.
| 122 km/h | Lars Kaufmann |
| 115 km/h | Oleg Velyky |
| 114 km/h | Michael Kraus |
| 113 km/h | Pascal Hens |
| 112 km/h | Markus Baur |
| 111 km/h | Oliver Roggisch |
| 105 km/h | Sebastian Preiss |
| 103 km/h | Dominik Klein |
| 103 km/h | Torsten Jansen |
| 101 km/h | Florian Kehrmann |
| 100 km/h | Andrej Klimovets |
Quelle SportBild 2007
Hier tabellarisch einige Werte für die erzielten Ballgeschwindigkeiten im Handball:
| Team | Mittelwert | Max-Wert | Teilnehmer |
| 1.Bundesliga Damen | 86,2 km/h | 96 km/h | 12 |
| Landesliga Damen | 73,9 km/h | 84 km/h | 11 |
| A-Jugend weiblich Bezirksliga | 66,5 km/h | 73 km/h | 11 |
| DHB Team Herren 2007 | 109,0 km/h | 122 km/h | 11 |
Reaktionsschnelligkeit Handballtorwart
Für einfache optische Reaktionen können Reaktionszeiten unter 0,15 Sekunden erreicht werden.
Eine Torwartreaktion ist eine Auswahlreaktion mit Ganzköperbewegung auf ein
optisches Signal (komplexe Reaktion) und benötigt mehr Zeit als eine einfache Reaktion.
Die Torwartreaktionszeit, der Zeitraum zwischen der Aktion und Reaktion des Torwart, beträgt
durchschnittlich 0,25 Sekunden, in Ausnahmefällen können Weltklassetorhüter auch
Werte knapp unter 0,2 Sekunden erreichen. Komplexe Reaktionen sind sehr gut
trainierbar, benötigen einen langen Anpassungsprozess und eine Vielzahl von Trainingsreizen.
Die einfache Reaktion ist vorrangig erbgutbedingt und daher eingeschränkt trainierbar.
| 0,18-0,2 Sekunden | Weltklassetorhüter |
| 0,2-0,23 Sekunden | Torwartreaktionszeit im Leistungsbereich |
| 0,25 Sekunden | durchschnittliche Reaktionszeit eines Handballtorwarts |
| 0,45 Sek. | mittlere Reaktionszeit beim Notbremsen im Straßenverkehr |
| 0,15-0,20 Sek. | optisches Signal |
| 0,15 Sek. | mittlere Reaktionszeit beim 100 m Sprint |
| 0,12-0,18 Sek. | akustisches Signal |
| 0,09-0,18 Sek. | taktiles Signal |
| 0,02 Sek. | Reaktionszeit einer Fliege |
platzierten Wurf in die Ecke muss sich ein Torwart in der Regel bei normaler Grundstellung,
auf der Grundlinie mit Armen auf Kopfhöhe, etwa um 1 Meter
nach links bzw. rechts bewegen. Diese Bewegung benötigt abhängig von der
Bewegungsschnelligkeit des Torwarts 0,1 bis 0,14 Sekunden für hohe Würfe und
0,13 bis 0,18 Sekunden für tiefe Würfe. Daraus ergibt sich ein Zeitfenster für den Torwart von
0,3 bis 0,4 Sekunden, das ihm für das Halten von präzis-geworfenen Bällen bleibt.
Im Damenbereich ergeben sich hier Werte von 0,4 bis 0,5 Sekunden bedingt durch die
geringere Bewegungsschnelligkeit in Verbindung mit der geringeren Reichweite
der Arme und Beine.
Tabelle mit Flugzeiten des Balles bis zum Torerfolg in Sekunden abhängig von
der Wurfgeschwindigkeit und der Wurfentfernung
| Ballgeschwindigkeit | Wurfentfernung zum Tor in Meter | |||||||
| km/h | 4 m | 5 m | 6 m | 7 m | 8 m | 9 m | 10 m | 11 m |
| 40 | 0,36 | 0,45 | 0,54 | 0,63 | 0,72 | 0,81 | 0,90 | 0,99 |
| 50 | 0,29 | 0,36 | 0,43 | 0,50 | 0,58 | 0,65 | 0,72 | 0,79 |
| 60 | 0,24 | 0,30 | 0,36 | 0,42 | 0,48 | 0,54 | 0,60 | 0,66 |
| 70 | 0,21 | 0,26 | 0,31 | 0,36 | 0,41 | 0,46 | 0,51 | 0,57 |
| 75 | 0,19 | 0,24 | 0,29 | 0,34 | 0,38 | 0,43 | 0,48 | 0,53 |
| 80 | 0,18 | 0,23 | 0,27 | 0,32 | 0,36 | 0,41 | 0,45 | 0,50 |
| 85 | 0,17 | 0,21 | 0,25 | 0,30 | 0,34 | 0,38 | 0,42 | 0,47 |
| 90 | 0,16 | 0,20 | 0,24 | 0,28 | 0,32 | 0,36 | 0,40 | 0,44 |
| 95 | 0,15 | 0,19 | 0,23 | 0,27 | 0,30 | 0,34 | 0,38 | 0,42 |
| 100 | 0,14 | 0,18 | 0,22 | 0,25 | 0,29 | 0,32 | 0,36 | 0,40 |
| 105 | 0,14 | 0,17 | 0,21 | 0,24 | 0,27 | 0,31 | 0,34 | 0,38 |
| 110 | 0,13 | 0,16 | 0,20 | 0,23 | 0,26 | 0,29 | 0,33 | 0,36 |
| 115 | 0,13 | 0,16 | 0,19 | 0,22 | 0,25 | 0,28 | 0,31 | 0,34 |
| 120 | 0,12 | 0,15 | 0,18 | 0,21 | 0,24 | 0,27 | 0,30 | 0,33 |
| 125 | 0,12 | 0,14 | 0,17 | 0,20 | 0,23 | 0,26 | 0,29 | 0,32 |
| 130 | 0,11 | 0,14 | 0,17 | 0,19 | 0,22 | 0,25 | 0,28 | 0,30 |
| 135 | 0,11 | 0,13 | 0,16 | 0,19 | 0,21 | 0,24 | 0,27 | 0,29 |
Bsp. Ein Handballwurf mit 100 km/h aus 9m Entfernung landet gemäß der Tabelle nach 0,32 Sekunden
im Tor, ein Wurf mit 80 km/h aus dem Torraum (4 Meter Torenfernung) ergibt eine Flugzeit von
0,18 Sekunden bis zum Torerfolg
Mit einer Aktionszeit des Torwarts von 0,3 Sekunden wird klar, dass präzis-geworfene Bälle mit mehr als 105 km/h aus 9m Entfernung nicht mal von den besten Torhütern einfach mal so herausreagiert werden können. Eine wahlbedingte Abwehrreaktion besteht erst ab Flugzeiten >0,3 Sekunden. Würfe aus der Nahwurfzone haben in der Regel keinen zeitlichen Spielraum für die Torhüterreaktion,
Ausnahme Heber, Leger oder Trickwürfe. Dennoch ist die typische Fußballfloskel "der Ball ist unhaltbar" im Handballsport nicht anwendbar. Generell ist jeder Ballwurf für einen Handballtorwart erreichbar, da Handballtorhüter sich bei der Abwehr von Bällen nicht nur auf eine wahlbedingte Abwehrreaktion beschränken, sondern Ihre Chancen durch eine Kombination aus Situationsantizipation, Erfahrungen, Stellungsspiel und Wurfwahrscheinlichkeiten in Verbindung mit Wurfbildern verbessern z.B. durch Winkelverkürzung durch Heraustreten, lernen der Wurfbilder und atypische Abwehrbewegungen.
Für die Feldspieler gilt daher :
Wurfkraft erhöht die Trefferwahrscheinlichkeit!





